Alle Galgenlieder – ein Christian Morgenstern Abend
Freitag, 2. März 2018, 19:30

mit Eberhard Manske und Hans-Jürgen Freitag

 

“Sie sind voll drolliger Viechereien und närrisch maskiertem Tiefsinn, und sie sind längst allzu bekannt, als daß es noch nötig wäre, sie zu loben“, schrieb Hermann Hesse bereits 1912 über Christian Morgensterns Galgenlieder. Und tatsächlich haben solche Lieder, wie „Fisches Nachtgesang“, „Das große Lalula“, oder „Die zwei Trichter“ auch heute nach mehr als 100 Jahren nichts an ihrem Bekanntheitsgrad eingebüßt.

 

1895 wurden von Morgenstern und seinen Freunden die ersten Galgenlieder in kleiner Runde auf dem Werderschen Galgenberg aufgeführt. In der Folgezeit trafen sie sich unter dem Vorsitz Morgensterns in Berliner Kneipen – es war immer mal wieder eine andere, da sie von den entsetzten Wirten schnell vor die Tür gesetzt wurden - und rezitierten und sangen »Galgenlieder«.


1905 wurden die Galgenlieder von Christian Morgenstern erstmals vollständig (ausschließlich in Textform) veröffentlicht. Seitdem haben immer wieder Komponisten versucht, einzelne Galgenlieder in Töne zu setzen. Immer wieder werden die Gedichte Morgensterns in verschiedensten Interpretationen auf deutschen Bühnen zum Vortrag gebracht. Der Vortrag von vertonten Galgenliedern ist allerdings bis heute eher die Ausnahme. Auf jeden Fall ist die gesprochene und gesungene Interpretation des gesamten Zyklus „Galgenlieder“ unseres Wissens nach bisher noch nicht in Angriff genommen worden.

Heute bringen Eberhard Manske und Hans-Jürgen Freitag, beide aus Ilmenau, einen Christian-Morgenstern-Abend mit allen 56 Galgenliedern zur Aufführung. Alle Freunde dieser Lyrik können sich überraschen lassen, von der Vielfalt der Galgenlieder, gesungen, gespielt, an 13 Musikinstrumenten produziert, mit multimedialen Interpretationen - und dem Witz der Ilmenauer Interpreten.

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